07.11.2013

Die größten Sünderinnen sind in der Kluterthöhle gefangen...


Vor zwei Jahren war ich schonmal dabei gewesen und dieses Jahr ergab es sich erneut, dass ich an einer der Halloween-Führungen in der Ennepetaler Kluterthöhle teilnehmen konnte.
Das Datum sollte wieder der 31. Oktober sein, sprich also der eigentliche Halloween, und natürlich buchte ich Karten für eine der abendlichen Veranstaltungen ab 14 Jahren (es gibt auch immer kindertaugliche Führungen zu früherer Stunde).
Die recht große Gruppe wurde von einem düsteren Herrn begrüßt, der uns erklärte, dass die Höhle eigentlich ein Gefängnis für die vier sündigsten Frauen sei, welche vom Tode auf ewig dort eingesperrt worden waren (an den genauen Inhalt kann ich mich nicht mehr erinnern). Zuvor überprüfte er aber, welche Wesen wir überhaupt waren. Meiner Begleitung wurden die Zähne überprüft und der Wächter stellte verwundert fest, dass wir Menschen waren. Todesmutig, wie wir alle nun mal sind, ließen wir uns auf eine Führung durch das Gefängnis ein.
Die erste Besichtigungsstation war eine Frau, welche für ihren großen Zorn eingesperrt worden war. Sie schlief in einem Käfig, wachte aber auf, lockte den Wächter zu sich und stahl ihm den Höhlenschlüssel. Ihren Zorn bekamen wir Besucher in der folgenden Zeit immer wieder durch ihr Ohren betäubendes Gebrüll zu spüren. Selbst der kleine (eigentlich für diese Führung zu junge) Junge wurde für seine frechen Worte übelst von ihr angebrüllt. Die nächste Gefangene war eine verfressene, träge Person, die wesentlich sanftmütiger wirkte und mir meine Wangen zärtlich mit ihren fettigen Fingern streichelte. Ob sie jemanden von uns essen wollte, weiß ich nicht mehr, aber dass sie gerne irgendwo lag und schlief, das ist hängen geblieben. :)
Während wir durch das Gefängnis geführt wurden, bekamen wir es immer wieder mit der Zornigen zu tun, welche auch ihre verfressene Genossin zum Herumspuken animierte.
Die dritte Gefangene war einst wegen ihrer Lüsternheit, der viele Männer erlegen waren, eingesperrt worden. Sie hing an einer Eisenkette, die lang genug war, um zu uns vorzudringen. Mit ihrem frivolen Vamp-Charme bezirzte sie die Männer und versuchte sie dazu zu bringen, mit ihr mitzukommen (ich hoffe doch, dass spätestens da die Eltern des ca. 10, 11-jährigen Jungen bereuten, ihn mitgeschleppt zu haben...). Auch mein Begleiter musste eine Anmache über sich ergehen lassen, blieb aber standhaft. Wer wurde aber schwach?? Der Wächter natürlich (und man möchte nicht wissen, wie oft schon!)... Und so mussten wir alle warten, während die zwei Lüsternen in einem Unterschlupf zugange waren. Zwischenzeitig baumelte die Zornige mit dem Schlüssel vor unseren Gesichtern, aber niemand hatte den Mut, sich mit ihr anzulegen und den Schlüssel der Freiheit zu nehmen. Zu allem Überfluss war dann auch noch die Wolllüstige frei, da der Wächter beim Stelldichein wohl oder übel den Eisenreif der Kette berührt hatte (ein Berührung reichte offenbar aus, um sie zu befreien). Nun trieben also schon drei üble Mädels ihr Unwesen in den feuchten Gängen, in denen wir ohnehin schon so manches Mal erschreckt wurden.
Die vierte und letzte "Besichtigungsstation" war augenscheinlich leer. Dort stand nur ein Sarg. Der Wächter erzählte uns von einer jungen Frau mit einst wunderschönen Augen, welche Männer von weit her verzauberten. Leider rief solch Schönheit Neid auf den Plan und jemand veräzte die Augen, woraufhin die Frau erblindete. Als ob nicht schon genug gestraft, wurde die Blinde also auch noch eingesperrt. Aus dem Sarg ertönte ein Stimmchen, doch die Person behauptete, nicht die gesuchte Gefangene zu sein. Der Wächter gab den männlichen Besuchern zu verstehen, dass sie das Mädchen befreien sollten und nach viel Gezether und Zögern wagten es zwei, den Sargdeckel zu öffnen. Es erschien eine junge Frau mit offensichtlich schwer veräzten Augen. Der Wächter warnte uns, dass wir unsere Augen vor ihr verstecken sollten, denn sonst würden sie zu ihren werden. Auch mein Gesicht wurde von ihren Fingern abgetastet und ich bin froh und dankbar, meine Augen noch zu haben. Puuhh!
Weiter ging es mit der Führung durch die gruseligen Gänge. Plötzlich schien es aber einen Zeitsprung gegeben zu haben. Wir waren wieder bei der Schlafstätte der Zornigen, welche genau wie zu Anfang in ihrem Käfig schlief. Der Wächter hatte auch den Schlüssel wieder. Diese seltsame Gegebenheit nutzte er, uns aus der Höhle zu lassen.

Sichtlich erleichtert machten sich die angsterfüllten Besucher auf den Nachhauseweg. Die Zornige hatte meinem Begleiter mit ihrem Gebrüll einen Tinnitus beschert, der ihn noch eine Weile an die grauenhaften Erlebnisse in der Kluterthöhle erinnern sollte...

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