14.02.2012

Review: Colonia - Der Roman einer Stadt

Köln ist eine schillernde Stadt mit großer Geschichte. Dieser Geschichte hat sich der Berliner Autor Thomas R. P. Mielke angenommen und 2000 Jahre historisches Wissen in einem Fantasieroman verarbeitet.
Kern dessen ist die fiktive Person Rheinold, ein ursprünglich keltischer junger Mann, der während der anfänglichen Eroberung durch die Römer die Gabe bekommt, immer und immer wieder geboren zu werden. Meistens treuer Wegbegleiter ist sein mystisches Amulett mit dem “Knöchelsche”. Auch die schöne Ursa, die ebenfalls dank der Römer umgekommen war, taucht immer wieder in seinen künftigen Leben auf. In der langen Zeit lernt Rheinold so manch eine größere Persönlichkeit kennen, erlernt unterschiedliche Berufe, wechselt von Heiden- zum Christentum und mehr oder weniger zurück und weiß natürlich immer viele Details aus der Kölner Stadtgeschichte zu erzählen. Zum Teil sehr detailliert geht es u.a. bei den diversen einfallenden Stämmen bzw. Völkern sowie Herrschergeschlechtern in der Spätantike uns dem früheren Mittelalter zu - da würde es einfacher sein, wenn der Leser eine gewisse Vorbildung über Franken, Langobarden, Merowinger etc. hätte.
Ebenfalls detailreich geht es bei den vielen Erzbischöfen zu, deren Hochmut und Gehässigkeit deutlich herauszulesen sind. Ein ganz besonderes Augenmerk wird in Colonia auf die Heiligen-Reliquien gelegt, die demnach in Köln einen sehr hohen Stand hatten und zu viel Geld führten.
Subtiler Sarkasmus und ein Fingerzeig tauchen immer wieder in den Zeilen auf; wie beim Thema ‘Dombau’, über das natürlich viel im Buch steht. Aber auch da mögen die Bezeichnungen für die einzelnen Teilbauten der Kathedrale verwirrend sein und würden konkrete Kenntnisse hilfreich sein (Chöre sind für mich singende Menschengruppen!).

Erst nach dem Lesen dieses Romans habe ich mir Gedanken darüber gemacht, dass Thomas R. P. Mielke womöglich seinen Glauben über bestimmte Dinge in Colonia eingebaut hat. Da frage ich mich nun, ob Rheinold wirklich nur immer wieder Ursa traf… Auch die romantischen Anspielungen auf den Glaube lassen darauf schließen, dass der Roman durchaus einen religiös-spirituellen Aspekt hat.

Wenn ihr also auf einigermaßen verspielte Weise über die Entstehung Kölns und somit einiges an Geschichte lesen möchtet, dann soll euch dieses Buch ans Herz gelegt sein.

Und nicht vergessen: lasst euch nicht über alles aufklären, denn sonst gibt es keine Wunder mehr. ;)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über eure Kommentare, so fern sie freundlich sind und sich auf den jeweiligen Post beziehen. Kein "Besuch meinen Blog"-Spam; keine frustrierten anonymen "Haters"!
------------------------------------------------------------------
I'm happy about your comments as long as they're friendly and relate to the actual post. No "Visit my blog"-spam; no frustrated anonymous "haters"!

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...