11.07.2011

Rückblick auf die Extraschicht 2011

Nun komme ich also zum letzten Teil meiner Extraschicht-Trilogie:
Am 09.07. fand wieder einmal die traditionelle Ruhrpott-Großveranstaltung "Extraschicht" statt.
Etwa 200 000 grüne Armbänder sollen sich um Handgelenke von Kunst- und Kulturinteressierten Personen gelegt haben, die von spätnachmittags bis in die frühen Morgenstunden im gesamten Ruhrgebiet unterwegs waren.
Natürlich ist es absolut unmöglich, sämtliche der rund 200 einzelnen Veranstaltungen besucht zu haben. Die Veranstalter selbst raten zu Routen mit 3, 4 Events und selbst dabei wird die Zeit leider schon knapp.

Mein Pogramm sah folgendermaßen aus:



Gasometer, Oberhausen
Unter dem Titel "Magische Orte" gab es eine Reihe Großfotos von außergewöhnlichen Orten der Erde zu sehen. Mitten in dem riesigen Zylinder steht ein hoher künstlicher Regenwald-Baum, der "Traumzauberbaum". Das Highlight war dann aber doch eher die Show "Pan und die Elfen": mystisch zugerechtgemachte Frauen mit leuchtenden Schirmen schlichen durch's Publikum und berührten neugierig einige Zuschauer. Plötzlich tauchte ein diabolisch aussehender Querflötenspieler auf, der die Elfen mit seinem Spiel zu steuern schien. Am Ende der Vorführung tanzten schließlich einige Zuschauer munter ein Ringelrei mit den leichtfüßigen Frauen, wie sie elfenhafter nicht sein könnten.

Ludwig-Galerie, Oberhausen
In einem der romantischen Herrenhäuser des Schloss Oberhausen wurden viele Fotografien von Elliott Erwitt ausgestellt. Alles schwarz-weiß, amüsant, zum Teil etwas bissig, provokant und klischeebehaftet.
Die im Extraschicht-Heft angekündigte Ausstellung mit Plakaten, Comic-Kunst usw. war leider nicht aufzufinden - zu unserer Enttäuschung.



LVR-Industriemuseum, Oberhausen:
Gleich hinter dem Hauptbahnhof befindet sich das Museum, welches alte Maschinen und diverse Arbeiter-Memorabilia beherbergt. Für Steampunk-Fans dürfte es dort so manches interessante Detail geben: auf dem dem Vorhof stand eine laufende Dampfmaschine aus alten Zeiten und in der Haupthalle wollten große Zahnräder bewundert werden. Weiterhin bot das Museum historische Dokumente, Miniaturmodelle von Maschinen, alte Uniformen u.a..


U-Zentrum, Dortmund:
Das Zentrum für Kunst und Kreativität, welches aus einer alten Brauerei entstanden ist, bot auf einigen Etagen mehrere Ausstellungen. Hauptsächlich wollte man die Extraschichtler aber im Rahmen des Japan Media Arts Festival mit exklusivem Material aus der japanischen Animé-Welt locken. Obwohl ich mich kaum für Mangas und Animés interessiere, verblüfften mich die zum Teil hingebungsvoll detailreichen Skizzen, Storyboards und Hintergrundgrafiken für berühmte Filme wie Akira, Ghost in the Shell oder Neon Genesis Evangelion von Künstlern wie Hideaki Anno und Koji Morimoto.
In der 7. Etage des U-Turms fand eine Party mit japanischen Electro-DJs statt, die aber eher aufgestylte Mädels auf High-Heels anstatt die Extraschichtler anzuziehen schien. Da guckte man als lässig - wenn nicht gar in typischer Wolfskin-Ausstattung - gekleideter Mensch kurz rein und verschwand beim Anblick der sehenden und gesehenen Schickeria lieber wieder.
Die restlichen Ausstellungen im U-Zentrum waren eher speziell. Es ist ja bekanntlich relativ, was Kunst ist. So klapperten wir die Ausstellungen schnell ab und machten uns dann mit dem Shuttlebus auf zur...


Kokerei Hansa, Dortmund
Kurz vor "Ladenschluss" war in der ehemaligen Industrieanlage leider schon tote Hose. Wenn im Programmheft steht, dass eine Veranstaltung bis 2 Uhr geht, dann sollte diese um 01:30 noch statt finden - aber dem war nicht so. Die Klarinettenkomposition für Steigrohre auf der Koksofendecke war nicht zu erhören; lediglich bunt beleuchtete Bäume und Vogelgezwitscher aus dem Lautsprecher luden noch zum Wandeln ein. Und spätestens da wurde dann wieder einmal klar, dass es von der Sicht der Dinge abhängt,
ob man sich von einem fantastischen, eindrucksvoll illuminerten Naturpfad verzaubern lässt oder eben unter von Lampen angestrahlten Bäumen stapft, während die Chill-out-CD dröhnt.

Im vollen Shuttlebus ging es dann zurück zum Dortmunder Bahnhof.
Die Extraschicht 2011 hatte ihr Ende gefunden und wird erst am 30.06.2012 wieder zur Nacht der Industriekultur einladen.

Ein paar weitere Fotos:

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