22.06.2010

Zur Extraschicht im Kohlenpott


Von Samstag, 19.06. ab 18 Uhr bis zum 20.06. um 2 Uhr fand im fast gesamten Ruhrgebiet die Extraschicht statt. Das ist laut den Veranstaltern "die Nacht der Industeriekultur". Ich denke, es ist hinlänglich bekannt, dass im Ruhrgebiet einst sehr sehr viel geschuftet wurde, vorrangig im Kohleabbau. Aus dieser Zeit stammen viele Industrieruinen, welche heute zum Teil für die "Kultur" genutzt werden. So will man dem eher verrufenen, grauen Ruhrpott einen interessanten, künstlerisch-kulturellen Ruf geben. Die Extraschicht findet so weit ich weiß schon seit 10 Jahren statt. Dieses Jahr bin ich erstmals dabei gewesen.

Das Extraschicht-Ticket kostete inkl. beliebiger Fahrten in einem größeren Raum (weit über das Ruhrgebiet hinaus) gerade mal 12 Euro - da "mussten" wir ja geradezu mitmachen.
Unser Startpunkt sollte Dortmund mit seinem U-Zentrum, der früheren Union-Brauerei, sein. Dort gab es eine Kunstausstellung, die uns teilweise interessierte. Mit dem praktischen Shuttlebus fuhren wir weiter zum Stadion, wo man angeblich(!) in die Kabinen und Tunnel gehen konnte. Da aber sämtliche Auf- und Eingänge versperrt waren und wir niemanden im Stadion sehen konnten, fuhren wir schnell wieder zurück zum Hauptbahnhof. Ich wollte nach Essen, um ins Phänomania Erfahrungsfeld zu gehen, aber nach der Idee meiner reizenden Begleitung fuhren wir über Bochum nach Herne, um da erstmal die leider für mich eher enttäuschende Ritter-Intrigen-Sache im Archäologie-Museum anzusehen (wo waren die Ritter, die Pferde, die leckeren Teigfladen mit Käse??). Weiter ging es zum Umspannwerk Recklinghausen, um von dort mit einem Schiffchen über den Rhein-Herne-Kanal inkl. Schleusen-"Aufzug" zu schippern. Großes Lob an die singende Dame, mein Ohren vibrieren jetzt noch. Bis dahin waren schon Stunden vergangen und wir kamen gegen 23:10 Uhr in...ich glaube wieder Herne an, wo wir uns eine weitere, zum Teil etwas..hmm, ich sag mal nicht für jedermann interessante Kunstausstellung ansahen (verwackelte Fotos von Gebäuden krieg ich jetzt auch noch irgendwie hin). Das Erfahrungsfeld reizte mich immernoch und vielleicht wären wir da noch angekommen, wenn wir in Gelsenkirchen nicht in die falsche Busrichtung eingestiegen wären (wir wollten in ES 9, wir stiegen in ES 9...). So landeten wir nach einiger Zeit im überfüllten Shuttlebus in Bottrop. Zu dem Zeitpunkt wollten wir nur noch nachhause. Also Rückfahrt im Bus, aber diesmal weiter. In später Nacht erreichten wir den Bahnhof Essen Zollverein Nord, von wo aus uns eine S-Bahn um halb 3 in Dortmund absetzte. Gegen 4 Uhr morgens waren wir endlich hundemüde zuhause.

Für das bisschen "Kultur" haben wir uns so rumgequält - das war es nicht wert. Vielleicht hätten wir uns im Voraus über die wahren Highlights informieren oder einfach in einer Stadt inkl. Nachbarörtchen bleiben sollen.
Nochmal? Hm, lieber nicht. Ich bin nicht dafür gemacht, bis früh morgens auf zu bleiben.

Hier die paar nicht allzu viel aussagenden Fotos:





Zechen-Foto oben: Ruhr-Tourismus/Nielinger
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