13.06.2010

No Happy End in Kalk - von Top-Maklern und Massage auf thailändisch

Ich bin derzeit auf Wohnungssuche und meldete mich für eine Besichtigung an. Ich schrieb meinem Freund, der sich in der Gegend der Wohnung besser auskennt, von der Adresse und er reagierte mit "sehr witzig". Ich vermutete, dass es diese Adresse nicht gäbe, obwohl ich sie in Google Maps gefunden hatte (auch Maps kann irren). Zur Sicherheit gab ich sie auch in die normale Google-Suche ein und stieß auf mehrere pikante Diskussionen. In dem Haus gibt es eine Wohnung, wo Thailänderinnen besondere Dienste anbieten. Für mich hatte das den "Nä ne?!"-Effekt, da auch mir bereits bekannt war, dass es irgendwo in diesem Stadtteil eine rote Klingel mit der Aufschrift "Kosmetik" gibt. Genau genommen hatte ich sie schon selbst gesehen und mich gefragt, wie noch andere Leute in dem Haus leben können (und wollen), wenn da des öfteren "Kosmetik" gemacht wird.
Ich ließ mich nicht (ganz) abschrecken und ging in der Hoffnung, dass ich im Falle einer Anmietung nicht Wand an Wand mit den Damen leben würde (das Aussenfoto des Hauses ließ mich vermuten, dass der Hausflur die Wohnungen trennt), zu der Besichtigung. Außer mir waren noch zwei andere Interessenten dort. Einer hatte seine angebliche Schwester mit (angeblich, da sie erzählte, seine Mutter wäre gestorben), die sich über die Überwachungskamera am Eingang wunderte und mutmaßte, dass da, wo die Thais leben, ein Kinderzimmer sei, weil Windowcolor-Bärchen am Fenster kleben. Tarnung wirkt also, Mädels ;)
Als der unfassbar motivierte und aktive junge Makler kam, war meine wichtigste Frage: "Wissen Sie, wie viel man von den Prostituierten mitkriegt?" Er sah mich fragend an und mein Freund, der mitgekommen war, erklärte ihm, dass es nebenan "Massage mit Happy End" gebe. Ein junger Mann aus Aachen, der ebenfalls Interesse an der Wohnung hatte, machte ein Gesicht das Bände sprach. Der Bruder der Schwester war sich sicher, dass die schlammigen Wasserflecken am Küchenfenster ein Zeichen von Terrorisierung seien.
Ich wagte mich auf den kleinen Balkon, auf dem nur ein bisschen Bambuszeug eine Wand zu den Thais bildet und erblickte kurz eine rauchende, rassige Frau, zog mich aber schnell zurück (wenn es auch für mich unschuldiges Kleinstadtmädchen verführerisch war, mal so eine richtige Thai-Kosmetikerin zu sehen).

Bevor ich hier ewig jedes Detail erzähle:
Die Wohnung war mir zu klein, die schweißtreibende Leistung des Maklers keine fette Provision wert und somit wollte ich nicht in Kauf nehmen, mich womöglich Abend für Abend in einer zu kleinen Wohnung von den Entspannungsgeräuschen der wellnessfreudigen Kunden in den Schlaf wiegen zu lassen.
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