27.06.2010

Meine Tortur mit der rezidivierenden Erosio corneae

Es begann im Februar 2009: mit der Diagnose Regenbogenhautentzündung und einem roten, schmerzenden Auge verließ ich die Augenarztpraxis. Damals hieß es, die Entzündung würde ein Hinweis auf eines Tages ausbrechendes Rheuma sein. Zu meinem Glück wurde im Blut kein weiterer Hinweis darauf gefunden.
Etwa zwei Wochen später landete ich wieder beim Augenarzt. Diagnose: Hornhaut-Erosio, d.h. mir musste irgendetwas ein Stückchen Hornhaut abgeschürft haben. Mein Verdacht liegt auf einem Knübbelchen, das ich Monate lang unter dem Lid hatte und welches sich eines Tages irgendwie plattgedrückt anfühlte. Ich bekam antibiotische Salbe und Wundgel verschrieben. Im Normallfall würde eine Erosio schnell wieder zuwachsen und da sich das Auge rasch von seinen Qualen erholte, gab es keinen Grund zur Sorge.
Denkste, denn einige Wochen später war ich erneut mit einer Ersosio, diesmal ein "Rezidiv", deutsch Rückfall, beim Arzt. Und das ging dann einige Zeit lang so weiter. Einmal geschah es nach den ersten sehr warmen Sommertagen, ein anderes Mal nachdem ich einen Ellbogen aufs Auge bekommen hatte. Bei einem sehr starken Rückfall konnte ich vor Schmerzen die ganze Nacht nicht schlafen. Nach einigen Erosio-Rezidiven entschied meine Ärztin, dass ich operiert werden müsste. Ich ging zu einem Vortermin in eine Wuppertaler Augenklinik und sollte ein paar Wochen später zur Phototherapeutischen Keratektomie, kurz PTK, erscheinen. Blöderweise war man in dieser Klinik davon überzeugt, dass die Krankenkasse einen Kostenvoranschlag bestätigen müsse. Mehrmals versuchte ich, diese Bestätigung oder wenigstens ein konkretes Nein zu bekommen. Die Aussage der AOK war immer, dass eine PTK ganz gewöhnlich über die Karte abgerechnet würde, so fern sie aus ärztlicher Sicht von Nöten sei. Laut den Ärzten würde meine PTK also dem Anschein nach nicht notwendig sein, so die AOK. Es stand Wort gegen Wort und ich zog ernsthaft in Erwägung, die über 1000 Euro OP-Kosten selbst zu tragen. Zu dieser Zeit sah ich die AOK als den Schuldigen an.
Als ich vor dem bereits 3. angesetzten OP-Termin nochmals mit dem Klinik-Optiker sprach, riet er mir dazu, eine Klinik in Westfalen-Lippe zu suchen, da seine Arbeitgeber angeblich keinen Vertrag mit meiner zuständigen Krankenkasse hätten. Da waren bereits Monate seit dem Erstgespräch vergangen. Ich fühlte mich auf gut Deutsch verarscht und weggeschoben. Die AOK hatte in einem Schreiben behauptet, ihre Verträge würden sich nicht nur auf Westfalen-Lippe begrenzen und die müssten es doch eigentlich am besten wissen, oder? Mittlerweile hatte ich erkannt, dass die Wuppertaler Klinik das wahre Problem war (liebe Doktoren, seit 2007 ist festgelegt, dass die PTK bei Notwendigkeit eine selbstverständliche Kassenleistung ist!!).

Ein paar Wochen und zwei Rückfälle später saß ich in einer Dortmunder Klinik. Erstmal sollte eine Abrasion, eine oberflächliche Abschabung, gemacht werden. Leider bekam ich nichtmal zwei Wochen später einen neuen Aufriss. Ein junger Arzt warf mir vor, ich hätte eine bestimmte Salbe benutzen sollen, jedoch hatte mir niemand eine solche Anweisung gemacht. Allerdings erlitt ich auch mit dem Wundermittelchen nächtliche oberflächliche Aufrisse (die ich bis dahin oft gehabt hatte und welche meistens bis zum Morgen wieder verheilt waren)...
Letzte Woche bekam ich dann endlich, nach fast 1,5 Jahren und - ich glaube - 10 schmerzenden Matschaugen sowie mehreren Krankschreibungen plus permantenter Sichtbeeinträchtigung, meine PTK-Laser-OP. Der Vorgang ansich war schnell und harmlos. Die Schmerzen danach waren fies, aber heute, wenige Tage später, habe ich nur noch geringe Beschwerden. Ein Wiederaufriss-Risiko besteht und ich hoffe auf endgültige Heilung.

Ich kann nur raten: wenn ihr mal irgendetwas "harmloses" am Auge habt, geht zum Arzt. Ihr wisst ja nicht, wozu der Kram führen kann.

Kommentare:

  1. Hi!

    deine Geschichte erinnert mich seeehr an die meine, zumindest was das Auge betrifft, niht das drumherum. Wie ist es denn nun, Jahre später? Reisst Deine Hornhaut noch ein? Oder hat die PTK zum gewünschten Erfolg geführt? (Meine 1. hat nichts gebracht, gerade eben habe ich die Verbandslinse von der 2. PTK drin...)

    LIeben GRuß
    Andreas

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    1. Hallo Andreas,

      ich habe seit damals keinen Einriss mehr erlebt. Nur ganz wenige Male hatte ich nachts kurze Zeit einen Schmerz, was vielleicht ein ganz oberflächlicher Einriss war.
      Allerdings ist meine Sichtbeeinträchtigung geblieben. Ich kann nicht mehr ganz klar mit dem Auge sehen und es ist manchmal etwas schlechter als an anderen Tagen.

      Ich wünsche dir gute Besserung und eine erfolgreiche Heilung.

      Lieber Gruß!

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  2. Was für ein Zufall!

    Ich habe das gleiche Problem.
    Morgen gehts zur Abrasio.

    Ich habe Angst aber ich hoffe es hilft

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